Vom Redner auf dem Starkbierfest zum Kabarettisten – auf diesen Weg macht sich gerade Marco Vogl. Dass daraus ein echter Höhenflug werden könnte, beweist die Resonanz auf sein erstes abendfüllendes Programm, sinniger Weise „Voglperspektive“ betitelt: „Ausverkauft“ hieß es Ende Oktober bei der Premiere im heimatlichen Bürgersaal. Dass sich der Kabarettist aus Niederbayern auch in der Landeshauptstadt behaupten kann, beweist er mit einem Auftritt am Mittwoch, 23. März ’11, 20 Uhr, bei „Kultur im Schlachthof“.
Marco Vogl ist auf die Bühne gekommen, wie das sprichwörtliche Kind zum Brunnen. Vor 14 Jahren stand einmal mehr das alljährliche Starkbierfest im heimischen Altdorf bei Landshut auf dem Programm. Als der angestammte Starkbierredner über Nacht das Handtuch geschmissen hatte, schlug die große Stunde von Marco. Nicht nur, dass er binnen drei Tagen eine schmissige Rede aus dem Boden stampfen musste. Sie war auch noch erfolgreich. So erfolgreich, dass er Starkbierredner geblieben ist.
Feines Gespür braucht es dabei für Alltagsbeobachtungen, für die kleine und große Politik, für das, was das Publikum zum Lachen bringt, aber auch zum Nachdenken. Ein Zuschauer hat Marco dann zum nächsten Schritt beflügelt. „Ich würde dir gerne noch länger zuhören“, lautete seine Aufmunterung an den Software-Programmierer, doch mehr aus seinem Bühnentalent zu machen.
Gesagt, getan. Marco Vogl arbeitete ein Kurzprogramm aus und schickte eine DVD davon an Kabarett-Star Christian „Fonsi“ Springer für das „Kabarett Kaktus“, seines Zeichens ältester Münchner Kleinkunstpreis. Marco landete gleich in der Hauptrunde; für das geforderte halbstündige Programm sprudelten die Ideen im Überfluss. Beifall des Publikums und Branchenlob ließen nicht lange auf sich warten; bei der Schellertshamer Heugabel holte Marco den 2. Preis, beim Thurn und Taxis-Kabarettpreis in Regensburg landete er auf Platz 3.
Und nun die „Voglperspektive“: Die etwas andere Sicht der Dinge – das ist das Motto des Soloprogramms. Vogl, 34 Jahre jung, ist Dorfbewohner mit Stadterfahrung, die er auf regionaler und globaler Ebene einsetzt. Themen wie die Kommunalpolitik, aber auch die große Politik, werden nicht verschont. Abgerundet wird das Programm durch Streifzüge in den alltäglichen niederbayerischen Wahnsinn. „Oder“, wie Marco spitzbübisch fragt, „wussten Sie, dass bei dunklem und hellem Brot geschmacklich ned vui um is?“






