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Eintritt: VVK € 22,00 / AK € 25,00 - Sofern die Vorstellung nicht ausverkauft ist, erhalten Sie ab Einlass Restkarten an der Abendkasse

Herbert & Schnipsi

Juchhu, glei schmeißt’s uns wieder!

In einem Alter, in dem andere an die Rente denken, geht Deutschlands bekanntestes Komödianten-Ehepaar seit 2013 nun mit seinem Programm „Juchhu, glei schmeißt’s uns wieder!“ auf Tour.

Der Titel zeugt von ihrer Lust am Hinfliegen, kurz Schütteln und wieder Aufstehen, denn nur wer wagt, gewinnt, und nur wer auch mal auf die Schnauz’n fliegt, lernt wirklich was dazu. Und sind nicht die lustigsten Momente immer die, wo was schief geht? Die Freude am Selbermachen, am Schiefgehen und am Unperfekten ist eines der Hauptthemen des aktuellen Programms.

Da fragt Schnipsi wegen ihres „kurzen Beins“ das Publikum nach der richtigen Rocklänge, da schlagen sich zwei Figuren auf der Bühne mit den Tücken einer Rechtsschutzversicherung herum, da schimpft Hanns Meilhamer über schlecht funktionierende Bewegungsmelder in öffentlichen Toiletten. Und das Publikum schüttelt sich vor Lachen.

Natürlich ist das Programm auch wieder musikalisch: Meilhamer, seit jeher Multiinstrumentalist, spielt Akkordeon, Ukulele, Trommel und Gitarre, wenn nötig auch gleichzeitig. Aber auch Claudia Schlenger muss mangels weiterer Mitstreiter plötzlich instrumental aktiv werden. Dass ihr als Anfängerin dabei nicht alles gleich gelingt, passt erstens zum Programmtitel, zweitens gleicht sie das durch vollen Körpereinsatz aus, und drittens macht es sie umso nahbarer, sympathischer und liebenswerter. Die Lieder sind allesamt echte Highlights, eingängig, witzig, klug getextet. Man merkt Meilhamer die jahrelange Erfahrung als Liedermacher und Texter an. Es gibt Hymnen an das Unperfekte und Selbergemachte („Tröpferllied“, „Misthaufen-Hymne“), absurde 6-Zeiler in der Tradition des „Gänseblum“ (die Nasenbär-Lieder), ein wunderbar-sympathisches Solo-A-capella Volkslied („Die Liebes-SMS“), den Sinatra-Klassiker „Something Stupid“, (sensibel ins Bairische übertragen: „Sowas Depperts“) und das Ausnahmestück „Cafe Sophia“, eine atmosphärische grandios-getextete Reise in ein träges Cafe im Griechenland der 70er Jahre. Natürlich kommt das alles auf bairisch daher, allerdings nie tümelnd oder gar volkstümlich.

Claudia Schlenger hat einen großartigen Auftritt als Fitnessexpertin Heidi Hüpfl, die dem Publikum den „wichtigsten Muskel überhaupt“ näherbringt, nämlich den Beckenboden („Wenn wir keinen Beckenboden hätten, hätte unser Becken keinen Boden!“). Außerdem ist ihr in dem grandiosen Sketch „Das Hochzeitsgeschenk“ ein echter Herbert & Schnipsi-Klassiker gelungen: Er, in dem Bemühen, am Telefon die Ehe seines Freundes zu retten, tritt dabei selber in jedes Fettnäpfchen, das eine langjährige Ehe bereit hält, („Schnipsi, i seh doch eh nur des Schöne an dir. Des ander schau i gar ned an!“) und stolpert unaufhaltsam in die eigene komödiantische Ehe-Katastrophe. 

In einer anderen Nummer geht es um die eheliche Aufgabenteilung beim Sorgenmachen („I lieg wach und er schlaft“), ein Thema, das wohl vielen Paaren bekannt vorkommen dürfte. In solchen Momenten wird auf der Bühne gestritten, bös geschaut, da prallen die kleinen und größeren Unterschiede zwischen Mann und Frau aufeinander. Am Ende aber sieht ein jeder: die zwei auf der Bühne, die haben sich trotz aller Schwächen, Fehler und kleinen Hakeleien gern – nur halt nicht permanent.

Hier zeigen sich zwei Menschen, wie sie sind, und der Zuschauer kann sich fühlen, wie zu Besuch bei alten Freunden – was vielleicht die lang-anhaltende Liebe und Treue der Herbert & Schnipsi-Fans erklärt. Abende mit „Juchhu, glei schmeißt’s uns wieder!“ zeigen Herbert und Schnipsi in Hochform. Kracherte Ehenummern, absurder Humor, tolle Lieder und dazwischen die schönen leiseren Momente...

www.herbertundschnipsi.de